Deine acht Fragen – kurz beantwortet

Hier stehen die Antworten in drei Minuten. Jede Antwort hat ein Bild und einen Link zum ausführlichen Teil.

  1. F1Worauf achte ich gegen den Ball?

    Erst die Position, dann die Aktion. Stell dich zwischen Gegner und Tor, seitlich und tief, und sieh Ball und Gegner gleichzeitig. Bleib auf den Beinen, verschieb mit der Kette und rede.

    Mehr dazu: Teil 2 Bild B03

  2. F2Worauf achte ich mit dem Ball?

    Vor der Annahme über die Schulter schauen, offen annehmen, erster Kontakt weg vom Gegner. Dann einfach, flach und scharf spielen – nach vorn, wenn frei. Im eigenen Drittel kein Risiko, nie quer vor dem eigenen Tor.

    Mehr dazu: Teil 5 Bild B23

  3. F3Wann stelle ich den Angreifer?

    Raus, wenn er den Ball noch nicht sicher hat: Ball unterwegs, springt weg, zu weit vorgelegt, Rücken zum Tor, Blick nach unten – und jemand sichert dich ab. Stehen bleiben und verzögern, wenn er mit Tempo und Blick nach vorn kommt und hinter dir Platz ist.

    Merksatz: Ball unterwegs – du unterwegs. Ball angekommen – du stehst.

    Mehr dazu: 2.4 Bild B05 Bild B06

  4. F4Unterarm, dann Hüfte – wann ist das besser als Stellen, und ist das erlaubt?

    Ja, das ist eine echte Technik – für zwei Situationen: Der Gegner wird mit dem Rücken zum Tor angespielt, oder ihr lauft gleichauf zum Ball. Der Unterarm fühlt, er drückt nicht. Die Hüfte schiebst du rein, wenn du auf gleicher Höhe bist und der Ball in Spielnähe ist. Kommt der Gegner frontal mit Ball, wird gestellt. Foul ist: von hinten, gestreckter Arm, Trikot ziehen.

    Mehr dazu: 2.6 Bild B08 Bild B09

  5. F5Wie stehe ich bei Standards?

    Was der Trainer vorgibt (Raum, Mann oder gemischt), gilt. Als Manndecker: zwischen Gegner und Tor, Körper offen, Ball und Gegner sehen, fühlen statt halten, hin zum Ball. In der Raumdeckung: Ball in deiner Zone ist dein Ball. Nach jeder Klärung sofort gemeinsam raus.

    Mehr dazu: Teil 4 Bild B19 Bild B20

  6. F6Was, wenn der Stürmer schneller ist?

    Gib ihm keinen Platz hinter dir: ein paar Meter tiefer stehen, halb offen (Hüfte schon Richtung eigenes Tor), den Passgeber lesen und früher starten. Lieber bekommt er den Ball vor dir in den Fuß als hinter dir in den Lauf. Im Laufduell: Schulter an Schulter, dann Körper rein.

    Mehr dazu: 2.7 Bild B10 Bild B09

  7. F7Wann spiele ich zum Torwart zurück?

    Wenn du unter Druck bist, vorn nichts frei ist und der Torwart frei ist und ruft – oder um über ihn die Seite zu wechseln. Nicht, wenn ein Stürmer im Passweg lauert oder der Torwart nicht bereit ist. Immer flach, scharf, neben das Tor, auf den Fuß weg vom Stürmer.

    Mehr dazu: 5.5 Bild B26 Bild B27

  8. F8Hohe Bälle: direkt oder erst mit der Brust?

    Das hängt von Zone und Druck ab. Im eigenen Strafraum oder mit Gegner im Rücken: direkt – Kopfball oder Volley, hoch, weit, zur Seite. Mit Zeit und Platz (Mittelfeld, niemand in 3–4 m): mit Brust, Oberschenkel oder Fuß annehmen und aufbauen. Im Zweifel Sicherheit. Ruft der Torwart, ist es sein Ball.

    Mehr dazu: Teil 3 Bild B16 Bild B17

So liest du die Bilder

Alle Taktikbilder zeigen das Feld von oben. Unser Tor ist immer unten. Ein Meter im Bild ist ein Meter auf dem Platz. Jedes Bild zeigt nur den Ausschnitt, den es braucht.

Unser Tor ist unten, der Gegner greift nach unten an.
Mitspieler: blauer Kreis mit Kürzel (TW, IV, AV, 6).
Du: blauer Kreis mit gelbem Ring und „DU“.
Gegner: roter Kreis mit Kürzel (S = Stürmer, F = Flügel).
Der kleine Keil am Kreis zeigt, wohin der Spieler schaut.
Der Ball.
Pass: durchgezogene Linie mit Pfeil.
Laufweg ohne Ball: gestrichelte Linie.
Dribbling: Wellenlinie.
Blickfeld: heller Kegel. Was darin liegt, siehst du.
So geht's – richtig gemacht.
So nicht – der typische Fehler.
Bild B00 – So liest du die Bilder. Abläufe zeigen wir als Bildfolge ① ② ③. Technik-Bilder zeigen den Körper von der Seite, der wichtige Körperteil ist gelb.

Teil 1 – Deine neue Rolle

Kurz gesagt: Als Verteidiger gewinnst du die meisten Zweikämpfe, bevor sie anfangen – durch deine Position. Stell dich zwischen Gegner und Tor, seitlich und tief. Dann wartest du auf seinen Fehler, statt selbst einen zu machen.

Wo du stehst und wofür du zuständig bist

In der Viererkette stehen zwei Innenverteidiger (IV) in der Mitte vor dem Tor. Links und rechts daneben stehen die Außenverteidiger (AV). Vor euch spielt der Sechser, hinter euch der Torwart.

Die Viererkette Eigene Hälfte von oben, unser Tor unten. Vor dem Torwart stehen zwei Innenverteidiger nebeneinander, du bist der rechte. Links und rechts außen, etwas höher, stehen die Außenverteidiger. Vor der Kette steht der Sechser. Farbige Felder zeigen, wofür jeder zuständig ist: die Innenverteidiger für die Mitte vor dem Tor, die Außenverteidiger für die Flügel. TW IV DU AV AV 6
Bild B01 – Die Viererkette. Du bist hier der rechte Innenverteidiger. Die Innenverteidiger schützen die Mitte vor dem Tor, die Außenverteidiger die Flügel. Der Sechser schließt die Lücke vor der Kette.
Innenverteidiger und Außenverteidiger im Vergleich
AufgabeInnenverteidiger (IV)Außenverteidiger (AV)
Gegen den BallMitte und Strafraum schützen, den Mittelstürmer decken, die Kette führen.Den Flügel verteidigen, Flanken verhindern, einrücken, wenn der Ball auf der anderen Seite ist.
Mit dem BallDas Spiel von hinten aufbauen, flach ins Mittelfeld passen, andribbeln, wenn Platz ist.Breite geben, hinterlaufen, flanken.
Bei StandardsDen besten Kopfballspieler decken oder die Zone vor dem Tor. Bei eigenen Ecken oft Zielspieler.Kurze Ecke, Rückraum oder Pfosten. Bei eigenen Ecken oft hinten zur Absicherung.
Typische GegenspielerMittelstürmer: groß und kopfballstark oder schnell in die Tiefe.Flügelspieler: schnell, dribbelstark, sucht das 1-gegen-1.

Was du aus dem Mittelfeld mitbringst

Du kannst passen, hast Übersicht und bist sicher am Ball. Und du weißt, wie Stürmer denken. Nutz das: Frag dich im Spiel „Was würde ich jetzt als Stürmer machen?“ – und stell dich genau dort hin.

Was neu ist

Warum Kimmich ein gutes Vorbild ist

Joshua Kimmich ist gelernter Mittelfeldspieler. Beim FC Bayern setzte ihn Pep Guardiola auch als Innenverteidiger ein. Danach spielte er lange als Rechtsverteidiger – für Bayern und für die Nationalmannschaft. Er ist nicht besonders groß. Er ist stark, weil er das Spiel versteht, gut passt und seine Mitspieler dirigiert. Genau das bringst du aus dem Mittelfeld auch mit.

Die zehn goldenen Regeln

  1. Erst die Position, dann die Aktion.
  2. Immer zwischen Gegner und Tor.
  3. Ball und Gegner gleichzeitig sehen.
  4. Seitlich und tief stehen, auf den Ballen.
  5. Auf den Beinen bleiben – nicht reinspringen.
  6. Schnell anlaufen, langsam ankommen.
  7. Lenken statt hinterherlaufen.
  8. Im eigenen Drittel: Sicherheit vor Schönheit.
  9. Früh, laut und kurz reden.
  10. Fehler abhaken – nächste Aktion.

Teil 2 – Gegen den Ball

Kurz gesagt: Erst die Position, dann die Aktion. Stell dich zwischen Gegner und Tor, seitlich und tief, und sieh Ball und Gegner gleichzeitig. Bleib auf den Beinen, verschieb mit der Kette und rede.

2.1 Grundstellung

Stell dich seitlich statt frontal hin. Die Füße stehen versetzt, etwa schulterbreit. Die Knie sind gebeugt, das Gewicht liegt auf den Ballen, die Arme sind locker.

Warum? Aus der Seitstellung drehst du dich mit einem Schritt um und läufst mit. Stehst du frontal, musst du dich erst drehen – und der Ball passt dir durch die Beine.

Seitlich stehen: Füße von oben Der Stürmer kommt von oben. Deine Füße stehen versetzt, etwa schulterbreit, die Hüfte (gelb) ist schräg gedreht. Mit einem Schritt nach hinten bist du schon gedreht. S
So geht's: Füße versetzt, Hüfte schräg – ein Schritt, und du bist gedreht.
Frontal stehen: Füße von oben Deine Füße stehen parallel nebeneinander, die Hüfte (gelb) zeigt frontal zum Stürmer. Der Ball passt dir durch die Beine, und zum Drehen brauchst du zu lange. S
So nicht: Füße nebeneinander, frontal zum Gegner.
Grundstellung: tief und auf den Ballen Seitenansicht. Du stehst mit gebeugten Knien, der Oberkörper leicht nach vorn, die Fersen sind leicht angehoben. Die Beine sind gelb hervorgehoben.
So geht's: Knie gebeugt, tief, Gewicht auf den Ballen.
Falsch: aufrecht und auf den Fersen Seitenansicht. Du stehst aufrecht mit gestreckten Beinen, das Gewicht auf den Fersen, die Zehen zeigen nach oben. So kommst du nicht schnell weg.
So nicht: Aufrecht, Beine gestreckt, Gewicht auf den Fersen.
Bild B02 – Grundstellung. Oben die Füße von oben gesehen, unten der Körper von der Seite.

Umsteiger-Fehler

Du stehst aufrecht und frontal, das Gewicht auf den Fersen. So bist du zu langsam, wenn der Gegner antritt.

2.2 Richtig stehen

  • Torseitig: Du stehst auf der Linie zwischen Gegner und Tormitte, leicht zur Mitte versetzt. Das heißt Innenbahn: Der Gegner kommt nicht an dir vorbei in die Mitte.
  • Halb offen: Dein Körper ist so gedreht, dass du Ball und Gegner siehst.
  • Abstand: Nah am eigenen Tor stehst du eng am Gegner, weiter weg lockerer. Ist der Ball weit weg, achte mehr auf den Raum. Gegen schnelle Gegner hältst du mehr Abstand.
Torseitig stehen Der Flügelspieler hat links den Ball, der Stürmer steht vor dem Strafraum. Du stehst auf der gelben Linie zwischen Stürmer und Tormitte, leicht nach innen versetzt. Dein Blickfeld erfasst Ball und Stürmer gleichzeitig. F S DU
So geht's: Du stehst auf der Linie zwischen Stürmer und Tormitte, leicht innen. Dein Blickfeld erfasst Ball und Stürmer.
Falsch: Ballgucker Du schaust nur zum Ball. Der Stürmer läuft dir in den Rücken, und der Pass in seinen Lauf erreicht ihn frei vor dem Tor. F S DU
So nicht: Du schaust nur auf den Ball. Der Stürmer läuft dir in den Rücken.
Bild B03 – Torseitig stehen. Die gelbe Linie verbindet Stürmer und Tormitte. Auf ihr stehst du.

Umsteiger-Fehler

Du schaust nur auf den Ball. Im Mittelfeld ging das, hier läuft dir der Stürmer in den Rücken. Dreh den Kopf, bevor der Ball ankommt.

2.3 Schulterblick

Schau kurz über die Schulter, am besten während der Ball rollt. Dann fragst du dich: Wo ist mein Gegner? Ist hinter mir Platz? Ein Blick dauert weniger als eine Sekunde – und du weißt Bescheid.

  1. Vor dem Schulterblick Du schaust zum Ball auf dem Flügel. Der Stürmer steht hinter dir und liegt außerhalb deines Blickfelds. F S DU

    ① Vorher: Du siehst nur den Ball. Der Stürmer hinter dir ist unsichtbar.

  2. Nach dem Schulterblick Ein kurzer Blick über die rechte Schulter: Jetzt liegt auch der Stürmer hinter dir in deinem Blickfeld. F S DU

    ② Nach dem Schulterblick: Du weißt, wo der Stürmer ist.

Bild B04 – Schulterblick. Der helle Kegel zeigt, was du siehst.

Übung: Pässe gegen die Wand – vor jeder Annahme ein Schulterblick. Mehr in Teil 9.

2.4 Stellen: der richtige Moment

Stellen heißt: Du gehst auf den Gegner mit Ball zu und stoppst ihn. Die Frage ist nur, wann du rausgehst und wann du stehen bleibst. Dafür gibt es eine Ampel.

  1. Grün – raus und angreifen

    • Der Pass ist noch unterwegs, langsam oder hoch.
    • Der Ball springt ihm bei der Annahme weg, oder er legt ihn zu weit vor.
    • Er steht mit dem Rücken zum Tor oder schaut auf den Ball.
    • Er ist an der Seitenlinie eingeengt.
    • Und: Jemand sichert dich ab.
  2. Gelb – stellen und verzögern

    • Er hat den Ball sicher und kommt auf dich zu.
    • Hilfe ist unterwegs.
    • Geh auf 1–2 m ran, steh seitlich, lenke ihn und warte auf seinen Fehler.
  3. Rot – nicht rausrücken

    • Er hat Ball, Zeit und Blick nach vorn.
    • Hinter dir ist viel Platz, und keiner sichert ab.
    • Ihr seid in Unterzahl.
    • Sichere die Tiefe und gewinn Zeit, bis Hilfe kommt.
Bild B05 – Die Stellen-Ampel. Grün: raus. Gelb: stellen und verzögern. Rot: hinten bleiben.

So läufst du an: Lauf schnell los, solange der Ball rollt. Auf den letzten 2–3 m machst du kurze Schritte und gehst mit dem Schwerpunkt runter. Du kommst seitlich an, nicht frontal.

  1. Anlaufen, solange der Ball rollt Der Pass zum Stürmer ist unterwegs. Du läufst mit langen Schritten los, solange der Ball rollt. 6 S DU

    ① Der Pass ist unterwegs – du läufst mit langen Schritten los.

  2. Die letzten Meter: kurze Schritte Der Ball kommt beim Stürmer an. Auf den letzten zwei bis drei Metern machst du kurze Schritte und gehst mit dem Schwerpunkt runter. 6 S 2–3 m 2–3 m DU

    ② Die letzten 2–3 m: kurze Schritte, Schwerpunkt runter.

  3. Ankunft: seitlich auf 1–2 m Du kommst auf ein bis zwei Metern beim Stürmer an, seitlich und tief. Er hat den Ball, du wartest auf seinen Fehler. 6 S 1–2 m 1–2 m DU

    ③ Du kommst auf 1–2 m an, seitlich. Jetzt stehst du.

Bild B06 – Anlaufen, solange der Ball rollt.

Merksatz: Ball unterwegs – du unterwegs. Ball angekommen – du stehst.

Umsteiger-Fehler

Du kommst im Sprint an und springst rein. Der Gegner macht einen Haken, und du bist raus.

Übung: 1-gegen-1 im Kanal – stellen und lenken. Mehr in Teil 9.

2.5 Lenken

Wie du deinen Körper drehst, zeigt dem Gegner den Weg. Meist lenkst du ihn nach außen – dort verteidigt die Seitenlinie mit. Oder du lenkst ihn auf seinen schwachen Fuß. In die Mitte lenkst du nur, wenn dort Hilfe steht. Das legt der Trainer fest.

Dann wartest du auf den Moment: Legt er sich den Ball zu weit vor, greifst du zu.

Lenken nach außen Rechter Flügel in unserer Hälfte. Der Flügelspieler dribbelt auf dich zu. Du stehst leicht innen und schräg, so ist der Weg nach innen zu und der Weg an der Seitenlinie entlang offen. Der Innenverteidiger sichert innen ab. IV F DU
Bild B07 – Lenken. Du stehst schräg: Der Weg nach innen ist zu, der Weg nach außen offen. Innen sichert dein Innenverteidiger ab.

2.6 Zweikampf und Körpereinsatz

Meistens stellst du den Gegner (2.4). In zwei Situationen ist Körperkontakt besser:

  • Der Gegner wird mit dem Rücken zum Tor angespielt. Geh eng ran, eine Armlänge weg, leicht seitlich statt direkt dahinter. Leg den Unterarm locker an seinen Rücken oder seine Hüfte – zum Fühlen, nicht zum Drücken. So spürst du, wohin er sich drehen will. Lass ihn nicht aufdrehen. Kommst du vorher an den Ball, fang ihn vor ihm ab – das ist die beste Lösung.
  • Ihr lauft gleichauf zum Ball. Erst Schulter an Schulter, dann schiebst du Hüfte und Schulter vor ihn. Jetzt stehst du zwischen Gegner und Ball und schirmst ab. Das geht nur, wenn der Ball in Spielnähe ist.

Kommt der Gegner frontal mit Ball auf dich zu, wird gestellt – nicht gerempelt.

Erlaubt: Unterarm fühlt Seitenansicht. Der Stürmer bekommt den Ball mit dem Rücken zum Tor. Du stehst eng hinter ihm, leicht seitlich, und legst den Unterarm locker an seinen Rücken, um ihn zu fühlen.
Erlaubt: Der Unterarm liegt locker am Rücken und fühlt.
Erlaubt: Schulter an Schulter Ansicht von vorn. Ihr lauft nebeneinander zum Ball, Schulter berührt Schulter. Dein Arm bleibt eng am Körper.
Erlaubt: Schulter an Schulter, der Ball ist in Spielnähe.
Foul: Stoßen mit gestreckten Armen Seitenansicht. Du stößt den Stürmer mit beiden gestreckten Armen in den Rücken. Das ist ein Foul, im Strafraum Elfmeter.
Foul: Stoßen mit gestreckten Armen.
Foul: Trikot ziehen von hinten Seitenansicht. Der Stürmer läuft weg, du hältst ihn von hinten am Trikot fest. Das ist ein Foul, im Strafraum Elfmeter.
Foul: Von hinten am Trikot ziehen.
Bild B08 – Erlaubt oder Foul? Gelb ist der Körperteil, auf den es ankommt.

Regel: Erlaubt sind Schulter gegen Schulter, der Arm locker als Fühler und dein Körper zwischen Gegner und Ball. Foul sind Stoßen, Halten (Trikot, Arm), der gestreckte Arm, Angriffe von hinten, Beinstellen, Sperren ohne Ball in der Nähe und der Ellbogen in Kopfhöhe. Im eigenen Strafraum heißt das Elfmeter. (IFAB, Regel 12)

Tackling

Bleib auf den Beinen. Blocke den Ball mit der Innenseite. Spitzle ihn weg, wenn der Gegner ihn zu weit vorlegt. Die Grätsche ist das letzte Mittel – und im eigenen Strafraum tabu. Paolo Maldini wird der Satz zugeschrieben: „Wenn ich grätschen muss, habe ich vorher schon einen Fehler gemacht.“

Merksatz: Arm fühlt, Körper schützt, Hände weg vom Trikot.

Übung: Duell mit dem Rücken zum Tor – der Unterarm fühlt, der Gegner darf nicht aufdrehen. Mehr in Teil 9.

2.7 Wenn der Stürmer schneller ist

Gegen einen schnellen Stürmer verlierst du jedes Wettrennen, das bei null anfängt. Also sorgst du dafür, dass es gar nicht erst eins wird.

  • Mehr Tiefe: Steh 2–3 m tiefer als gegen einen langsamen Gegner.
  • Halb offen stehen: Deine Hüfte zeigt schon Richtung eigenes Tor. So sparst du die Drehung. Das heißt Drop-Step: Du öffnest die Hüfte mit einem Schritt nach hinten und läufst sofort los.
  • Den Passgeber lesen: Hebt er den Kopf und holt aus, startest du.
  • Lieber vor dir als hinter dir: Lieber bekommt er den Ball vor dir in den Fuß als hinter dir in den Lauf. Dann bist du eng dran.
  • Laufduell: Schulter an Schulter, dann Körper rein (Bild B09).
  • Bei „Ball offen“ nicht rausrücken (2.9).
  • Hilfe holen: Sag Nebenmann und Torwart Bescheid. Der Torwart spielt dann hinter der Kette mit.
  • Früh testen: Will er den Ball lieber in den Fuß oder in die Tiefe? Welcher Fuß ist sein starker? Das weißt du nach zehn Minuten.
Gegen schnelle Stürmer: tiefer stehen Die gelbe Linie zeigt, wo du gegen einen langsamen Stürmer stehst. Gegen den schnellen Stürmer stehst du zwei bis drei Meter tiefer. Kommt der Steilpass in den Raum hinter dir, bist du vor ihm am Ball. 2–3 m 2–3 m 6 S DU
So geht's: 2–3 m tiefer als sonst. Den Steilpass erreichst du zuerst.
Halb offen stehen Füße von oben. Deine Hüfte (gelb) zeigt schon halb Richtung eigenes Tor. Startet der Stürmer, machst du einen Schritt zurück (Drop-Step) und bist schon im Lauf. S
So geht's: Halb offen – ein Drop-Step, und du läufst.
Falsch: frontal stehen Füße von oben. Du stehst frontal zum Stürmer. Startet er, musst du dich erst ganz umdrehen – der Bogen zeigt den Umweg. S
So nicht: Frontal – du musst dich erst drehen.
Bild B10 – Gegen schnelle Stürmer.
  1. Laufduell: gleichauf Ein langer Ball fliegt Richtung unser Tor. Du und der Stürmer lauft gleichauf nebeneinander hinterher. S DU

    ① Ihr lauft gleichauf zum Ball.

  2. Laufduell: Hüfte vor den Gegner Du bist auf gleicher Höhe und schiebst Hüfte und Schulter vor den Stürmer, Richtung Ball. S DU

    ② Du schiebst Hüfte und Schulter vor ihn.

  3. Laufduell: Körper zwischen Gegner und Ball Jetzt stehst du zwischen Stürmer und Ball. Der Stürmer kommt nicht mehr an den Ball, du schirmst ihn ab. S DU

    ③ Dein Körper steht zwischen Gegner und Ball.

Bild B09 – Laufduell. Schulter an Schulter, dann Körper rein.

Merksatz: Gegen Tempo hilft Tiefe.

Übung: Rückwärts- und Seitwärtslauf mit Drop-Step durch Hütchen, Laufduell nach Zuwurf. Mehr in Teil 9.

2.8 Als Kette verteidigen

Die Kette verschiebt gemeinsam Richtung Ball. Zwischen euch bleiben etwa 10–15 m. Dabei hat jeder eine Aufgabe:

  • Druck: Der Nächste am Ball greift an.
  • Sicherung: Sein Nebenmann steht schräg dahinter und sichert ab.
  • Balance: Die ballferne Seite rückt ein und schließt die Mitte.
Druck, Sicherung, Balance Der Gegner hat den Ball auf unserem rechten Flügel. Der Außenverteidiger läuft ihn an (1). Du als rechter Innenverteidiger sicherst schräg hinter ihm ab (2). Der linke Innenverteidiger und der linke Außenverteidiger rücken zur Mitte ein (3). F S AV DU IV AV TW 1 2 3
Bild B11 – Druck, Sicherung, Balance. Der Ball ist auf dem Flügel. Der Außenverteidiger macht Druck, du sicherst schräg dahinter, die andere Seite rückt ein.

2.9 Ball offen, Ball geschlossen

  • Ball offen: Der Gegner hat Zeit und Blick nach vorn. Er kann jederzeit einen Steilpass spielen. Die Kette läuft ein paar Meter zurück.
  • Ball geschlossen: Der Gegner ist unter Druck, steht mit dem Rücken zum Tor oder spielt zurück. Die Kette rückt raus.
  • Linie halten: Wer hinten hängen bleibt, hebt das Abseits für alle auf. Der Innenverteidiger gibt das Kommando.
  1. Ball offen: Kette läuft zurück Der gegnerische Sechser hat den Ball, niemand stört ihn, er schaut nach vorn. Die ganze Kette läuft gemeinsam ein paar Meter Richtung eigenes Tor. 6 S S AV IV DU AV

    ① Ball offen: Die Kette läuft zurück.

  2. Ball geschlossen: Kette rückt raus Der gegnerische Sechser steht mit dem Rücken zu unserem Tor, unser Sechser drückt von hinten. Er kann nicht nach vorn spielen und passt zurück. Die ganze Kette rückt gemeinsam nach vorn. 8 6 6 S S AV IV DU AV

    ② Ball geschlossen: Die Kette rückt raus.

  3. Einer bleibt hängen Drei Verteidiger rücken raus, der linke Innenverteidiger bleibt hinten stehen. Seine Höhe ist jetzt die Abseitslinie. Der Stürmer hinter den anderen steht nicht im Abseits und bekommt den Steilpass. 6 S AV IV DU AV

    So nicht: Einer bleibt hängen – der Stürmer steht nicht mehr im Abseits.

Bild B12 – Ball offen, Ball geschlossen. Die gelbe Linie ist die Abseitslinie.

Umsteiger-Fehler

Du rückst allein raus oder bleibst allein hinten. Die Kette bewegt sich nur gemeinsam.

2.10 Übergeben und übernehmen

Lässt sich dein Stürmer ins Mittelfeld fallen, gehst du bis zur vereinbarten Zone mit. Dann rufst du „Übergeben!“, und der Sechser übernimmt ihn. Du bleibst in der Kette, damit hinten kein Loch entsteht.

Übergeben Der Stürmer lässt sich ins Mittelfeld fallen. Du gehst bis zur gelben Linie mit, dann übernimmt der Sechser ihn, und du bleibst in der Kette. S 6 DU IV
Bild B13 – Übergeben. Der Stürmer lässt sich fallen. Du gehst bis zur Zone mit, dann übernimmt der Sechser.

2.11 Im Strafraum

Im Strafraum stehst du enger am Mann und behältst den Rückraum im Blick – das ist der Raum vor dem Strafraum, in den gern zurückgelegt wird. Keine Grätsche.

Schüsse blocken: Steh seitlich, die Arme hinter dem Rücken oder eng am Körper, den Blick zum Ball. Dreh dich nicht weg und spring nicht hoch.

Schuss blocken: so geht's Du stehst seitlich zum Schützen, leicht gebeugt, der Blick geht zum Ball. Beide Arme sind hinter dem Rücken, gelb hervorgehoben.
So geht's: Seitlich, Arme hinten, Blick zum Ball.
Schuss blocken: so nicht Du drehst dich weg und springst fast hoch, der Blick geht vom Ball weg. Die Arme sind weit vom Körper – trifft der Ball die Hand, gibt es Elfmeter.
So nicht: Arme breit, weggedreht – das gibt Handspiel oder ein Loch.
Bild B14 – Schuss blocken.

2.12 Als Außenverteidiger

  • 1-gegen-1 auf dem Flügel: Lenk ihn (Bild B07) und verhindere die Flanke. Bring das Bein im richtigen Moment rein und dreh dich nicht weg.
  • Ball auf der anderen Seite: Rück Richtung Mitte ein. Behalte den Flügelspieler mit dem Schulterblick im Auge.
  • Flanke von der anderen Seite: Der zweite Pfosten ist dein Pfosten. Steh torseitig vom Gegner und sieh Ball und Gegner.
Zweiter Pfosten: so geht's Der Gegner flankt von der linken Seite. Du bist als rechter Außenverteidiger eingerückt und stehst am zweiten Pfosten zwischen deinem Gegner und dem Tor. Dein Blickfeld erfasst Ball und Gegner. TW F S IV F DU
So geht's: Eingerückt, torseitig, Ball und Gegner im Blick.
Zweiter Pfosten: so nicht Du schaust nur zur Flanke und hast deinen Gegner nicht im Blick. Er läuft in deinen Rücken und kommt zwischen dir und dem Tor an den Ball. TW F S IV F DU
So nicht: Nur auf den Ball geschaut – der Gegner schleicht sich in deinen Rücken.
Bild B15 – Zweiter Pfosten. Die Flanke kommt von links, du bist rechter Außenverteidiger.

Teil 3 – Hohe Bälle und Kopfball

Kurz gesagt: Ob du einen hohen Ball direkt spielst oder erst annimmst, hängt davon ab, wo du bist und wie nah der Gegner ist. Im eigenen Strafraum und unter Druck: direkt weg. Mit Zeit und Platz: annehmen und aufbauen.

3.1 Die Entscheidung

Stell dir drei Fragen, bevor der Ball runterkommt: Wo bin ich? Wie nah ist der Gegner? Hat der Torwart gerufen?

Wo bist du?Gegner nahNiemand in 3–4 m
Eigener StrafraumDirekt klären, mit Kopf oder Volley: hoch, weit, zur Seite.Sicher klären. Nur wenn es wirklich frei ist, kontrolliert zum Mitspieler.
MittelfeldKopfball zum Mitspieler oder nach vorn verlängern.Annehmen mit Brust, Oberschenkel oder Fuß – und aufbauen.
Bild B16 – Hohe Bälle: was tun? Zone und Druck entscheiden. Im Zweifel: Sicherheit.
  • Lass den Ball nie aufspringen, wenn ein Gegner in der Nähe ist. Der Aufsetzer springt, wohin er will.
  • Ruft der Torwart „Torwart!“, gehört der Ball ihm. Geh aus dem Weg.

3.2 Kopfball

  • Geh dem Ball entgegen. Mit Anlauf springst du einbeinig ab, so kommst du höher. Aus dem Stand springst du beidbeinig.
  • Triff den Ball am höchsten Punkt mit der Stirn. Augen offen, Nacken fest. Die Arme helfen bei der Balance – nie mit dem Ellbogen voraus.
  • Zum Klären triffst du den Ball unter der Mitte. Dann fliegt er hoch und weit Richtung Seitenlinie.
  • Du bist nicht der Größte? Timing und Position schlagen Größe. Wer zuerst springt und richtig steht, gewinnt den Ball.
  1. Kopfball ①: dem Ball entgegen Du läufst dem hohen Ball entgegen. Der Ball kommt von rechts oben im Bogen auf dich zu.

    ① Anlauf: dem Ball entgegen.

  2. Kopfball ②: einbeinig abspringen Du springst mit einem Bein ab, das Sprungbein ist gelb. Das andere Knie und beide Arme schwingen nach oben.

    ② Einbeinig abspringen.

  3. Kopfball ③: Stirn am höchsten Punkt Du bist in der Luft am höchsten Punkt und triffst den Ball mit der Stirn. Der Ball fliegt hoch und weit weg. Der Kopf ist gelb.

    ③ Am höchsten Punkt mit der Stirn.

  4. Kopfball: so nicht Du springst zum Ball und führst den Ellbogen voraus in Kopfhöhe des Gegners. Der Arm ist gelb. Das ist ein Foul und gefährlich.

    Foul: mit dem Ellbogen voraus.

Bild B17 – Kopfball. Gelb ist der Körperteil, auf den es ankommt.

3.3 Annahme mit der Brust

  • Bring den Körper hinter den Ball. Brust raus, Oberkörper leicht zurück – der Ball fällt vor deine Füße.
  • Die Arme gehen seitlich zur Balance, weg vom Ball. Sonst ist es Handspiel.
  • Schau vorher über die Schulter. Dann nimmst du den Ball gleich in den freien Raum mit.
  1. Brustannahme Du stehst hinter dem Ball, die Brust raus, der Oberkörper leicht nach hinten gelehnt. Der Ball prallt von der Brust ab und fällt vor deine Füße. Der Oberkörper ist gelb.

    ① Oberkörper zurück, der Ball fällt vor dich.

  2. Brustannahme mit Drehung Du drehst beim Annehmen den Oberkörper. Der Ball springt von der Brust zur Seite in den freien Raum, und du gehst gleich mit.

    ② Variante: mit einer Drehung in den freien Raum.

Bild B18 – Brustannahme.

Übung: Kopfball und Brustannahme nach Zuwurf, allein mit Ball von der Wand. Mehr in Teil 9.

3.4 Kopfball und Gesundheit

Übe die Technik sauber, statt viele Kopfbälle am Stück zu machen. Kräftige deinen Nacken, dann ist der Kopf beim Kopfball stabiler.

Nach einem Zusammenprall mit Kopfschmerz, Schwindel oder Übelkeit gilt: raus aus dem Spiel und abklären lassen. Diese Seite gibt nur diesen allgemeinen Hinweis – sie ersetzt keinen Arzt.

Merksatz: Im eigenen Strafraum: Sicherheit vor Schönheit.

Teil 4 – Standards

Kurz gesagt: Bei Ecken und Freistößen gilt, was der Trainer vorgibt – Raum, Mann oder gemischt. Als Manndecker stehst du zwischen Gegner und Tor, siehst Ball und Gegner und gehst zum Ball. Nach jeder Klärung rückt ihr sofort gemeinsam raus.

4.1 Ecke gegen uns

Es gibt drei Arten, eine Ecke zu verteidigen:

  • Raumdeckung: Jeder hat eine Zone. Kommt der Ball dorthin, gehört er dir.
  • Manndeckung: Jeder hat einen Gegenspieler und bleibt an ihm dran.
  • Mischdeckung: Einige decken Zonen, andere Gegner.

Welche Art ihr spielt, entscheidet der Trainer. Ein Beispiel für die Mischdeckung: drei Spieler in der Zone auf Höhe des Fünfmeterraums, vier Manndecker an den Kopfballstärksten, einer gegen die kurze Ecke, einer im Rückraum und einer vorn für den Konter. Als Innenverteidiger deckst du meist den Gefährlichsten oder die Zone mitten vor dem Tor.

Ecke gegen uns: Mischdeckung Ecke von rechts gegen uns. Drei Mitspieler decken den Raum vor dem Tor auf Höhe des Fünfmeterraums, vier Manndecker stehen torseitig an den Kopfballstärksten. Du deckst den gefährlichsten Gegner. Einer steht an der kurzen Ecke, einer im Rückraum, einer bleibt vorn für den Konter. TW S S S DU S F
Bild B19 – Ecke gegen uns, Mischdeckung. Die Zonenspieler stehen vor dem Tor, die Manndecker an den Kopfballstarken. Du deckst den gefährlichsten Gegner.

4.2 Als Manndecker

Steh zwischen Gegner und Tor, leicht zur Ballseite versetzt. Dein Körper ist offen, damit du Ball und Gegner siehst. Mit Hand oder Unterarm fühlst du, wo er ist – aber du hältst ihn nicht fest, sonst gibt es Elfmeter. Läuft er los, gehst du mit. Kommt der Ball, gehst du hin, statt zu warten.

Manndecker richtig Du stehst zwischen Gegner und Tor, leicht zur Seite des Balls versetzt. Dein Körper ist offen: Dein Blickfeld erfasst den Gegner und den Ball an der Eckfahne gleichzeitig. S DU
So geht's: Torseitig, leicht zur Ballseite, Körper offen.
Manndecker falsch Du klebst am Gegner und umklammerst ihn. Du schaust nur auf ihn, der Ball an der Eckfahne liegt außerhalb deines Blickfelds. Halten ist ein Foul, im Strafraum gibt es Elfmeter. S DU
So nicht: Umklammern und nur den Gegner sehen – das ist Elfmeter.
Bild B20 – Manndecker bei der Ecke.

4.3 Als Raumdecker

Ball in deiner Zone ist dein Ball. Warte nicht, bis er zu dir kommt – geh aktiv hin und köpf ihn weg.

4.4 Nach der Klärung sofort raus

Ist der Ball weg, rückt ihr alle gemeinsam nach vorn. Die Gegner, die stehen bleiben, sind dann im Abseits. Und die zweiten Bälle – die abprallenden Bälle nach dem Kopfball – gehören euch.

4.5 Freistoß von der Seite

Die Linie hält auf Kommando eine Höhe, etwa zwischen Elfmeterpunkt und Strafraumgrenze. Wie hoch genau und ob ihr beim Schuss ein paar Schritte mitlauft, legt der Trainer fest. Wichtig ist: alle gemeinsam.

  1. Freistoß von der Seite: Linie halten Freistoß für den Gegner von rechts, etwa 35 Meter vor unserem Tor. Unsere Verteidiger stehen alle auf einer Linie zwischen Elfmeterpunkt und Strafraumgrenze. Die Gegner warten davor. TW F DU S S S S

    ① Die Linie hält eine Höhe.

  2. Nach dem Klären: alle raus Der Ball ist geklärt und fliegt nach vorn. Alle Verteidiger laufen gemeinsam nach vorn. Die Gegner bleiben hinter der neuen Linie zurück und stehen im Abseits. TW S S S S DU

    ② Nach dem Klären rücken alle raus – die Gegner stehen im Abseits.

Bild B21 – Freistoß von der Seite. Die gelbe Linie ist die Abseitslinie.

4.6 Direkter Freistoß

Der Torwart stellt die Mauer. In der Mauer hältst du die Arme eng am Körper. Oft legt sich einer hinter die Mauer, damit flache Schüsse unten durch nicht durchgehen.

4.7 Einwurf nahe am Tor

Einen langen Einwurf verteidigst du wie eine Ecke. Bei einem kurzen Einwurf stehst du eng und torseitig am Mann.

4.8 Ecke für uns

Als Innenverteidiger bist du oft der Zielspieler. Starte spät und mit Richtungswechsel, damit dein Gegner dich verliert. Ziele sind der erste Pfosten, der Elfmeterpunkt und der zweite Pfosten.

Klärt vorher, wer hinten bleibt: immer einer mehr, als der Gegner Konterspieler vorn hat.

  1. Ecke für uns: Laufwege Ecke für uns von rechts, das gegnerische Tor ist oben. Die Innenverteidiger starten spät und mit Richtungswechsel: einer zum ersten Pfosten, einer zum Elfmeterpunkt, einer zum zweiten Pfosten. TW DU IV AV

    ① Laufwege der Innenverteidiger: spät starten, Richtung wechseln.

  2. Ecke für uns: Restverteidigung Während vorn die Ecke läuft, bleiben hinten drei von uns gegen zwei Konterspieler des Gegners: einer mehr. Jeder steht torseitig von seinem Gegner, einer sichert in der Mitte ab. +1 +1 S S IV DU 6

    ② Hinten bleibt einer mehr, als der Gegner Konterspieler hat.

Bild B22 – Ecke für uns. Hier greifen wir nach oben an.

Merksatz: Mann sehen, Ball sehen, Ball holen – und dann raus.

Teil 5 – Mit dem Ball

Kurz gesagt: Schau vor der Annahme über die Schulter, nimm offen an und spiel einfach: flach und scharf, nach vorn, wenn frei. Im eigenen Drittel gehst du kein Risiko ein – und spielst nie quer vor dem eigenen Tor.

5.1 Anbieten und offen annehmen

Hat der Torwart den Ball, gehen die Innenverteidiger breit bis an die Strafraumecken. Die Außenverteidiger gehen hoch und breit. So habt ihr Platz.

Vor der Annahme machst du einen Schulterblick. Offen annehmen heißt: Dein Körper ist zum Spielfeld gedreht, und du nimmst den Ball mit dem Fuß an, der weiter vom Passgeber weg ist. Der erste Kontakt geht nach vorn in den freien Raum.

  1. Aufbau: breit machen Unser Torwart hat den Ball. Die Innenverteidiger gehen breit bis an die Strafraumecken, die Außenverteidiger schieben hoch und breit. Der Sechser lässt sich fallen und bietet sich an. TW IV DU AV AV 6 S S

    ① Innenverteidiger breit, Außenverteidiger hoch.

  2. Offen annehmen Der Pass kommt von links. Du stehst offen zum Spielfeld und hast vorher über die Schulter geschaut: Der Stürmer kommt von links. Du nimmst mit dem rechten Fuß an und legst dir den Ball nach vorn in den freien Raum. S DU IV

    ② Offen annehmen, erster Kontakt nach vorn.

Bild B23 – Aufbau.

5.2 Passwege

Schau in dieser Reihenfolge: nach vorn, nach außen, quer, zurück. Spiel flach und scharf, auf den Fuß, der vom Gegner weg ist.

5.3 Andribbeln

Ist vor dir Platz, dribbel los, bis ein Gegner auf dich zukommt. Dann ist ein Mitspieler frei geworden – spiel ihn rechtzeitig an.

  1. Passwege: in dieser Reihenfolge Du hast als Innenverteidiger den Ball. Schau zuerst nach vorn (1), dann nach außen (2), dann quer (3) und erst zuletzt zurück zum Torwart (4). 1 2 3 4 S S 8 AV IV TW DU

    ① Deine Optionen, der Reihe nach: 1 nach vorn, 2 nach außen, 3 quer, 4 zurück.

  2. Andribbeln und abspielen Vor dir ist Platz, also dribbelst du los. Ein Gegner kommt dir entgegen. Damit lässt er seinen Mann frei, und du spielst ihn rechtzeitig an. S 8 8 S DU

    ② Du dribbelst an, ein Gegner kommt raus – jetzt ist dein Mitspieler frei.

Bild B24 – Passwege und Andribbeln.

5.4 Risiko nach Zone

  • Eigenes Drittel: Sicherheit. Kein Dribbling als letzter Mann, nie quer vor dem eigenen Tor. Im Zweifel lang oder ins Aus.
  • Mittleres Drittel: kalkuliertes Risiko.
  • Letztes Drittel: Risiko ist erlaubt.
Risiko nach Zone Das ganze Feld in drei Dritteln, unser Tor unten. Im eigenen Drittel (1) gilt Sicherheit, in der Mitte (2) kalkuliertes Risiko, vorn (3) ist Risiko erlaubt. Falsch: ein Querpass vor dem eigenen Tor. 1 2 3 IV IV S
Bild B25 – Risiko nach Zone. Je näher am eigenen Tor, desto sicherer spielst du. Der Querpass vor dem eigenen Tor ist tabu.

5.5 Rückpass zum Torwart

Ja, zurück zum Torwart, wenn …

  • du unter Druck bist, vorn nichts frei ist und der Torwart frei ist und ruft,
  • ihr über ihn die Seite wechseln wollt,
  • ihr Tempo rausnehmen wollt.

Nein, nicht zurück, wenn …

  • ein Stürmer im Passweg steht oder schnell beim Torwart ist,
  • der Torwart nicht bereit ist,
  • es einen sicheren Pass nach vorn oder zur Seite gibt,
  • der Platz holprig oder nass ist und der Weg weit.

So spielst du ihn: flach, scharf, mit der Innenseite, neben das Tor – nie aufs Tor. Auf den Fuß, der vom Stürmer weg ist. Vorher Blickkontakt.

Rückpass richtig und falsch Du hast den Ball an der Strafraumgrenze, der Stürmer läuft von links an. Richtig: flach neben das Tor auf den Fuß des Torwarts, der vom Stürmer weg ist. Falsch: ein Pass aufs Tor und ein Pass durch den Laufweg des Stürmers. TW S DU
Bild B26 – Rückpass richtig und falsch. So geht's: flach neben das Tor, auf den Fuß weg vom Stürmer. So nicht: aufs Tor oder durch den Laufweg des Stürmers.
  1. 1. Ist vorn oder seitlich einer frei?

    • Ja → Spiel dorthin.
    • Nein → weiter mit Frage 2.
  2. 2. Ist der Torwart frei und bereit?

    • Nein → Sicher klären.
    • Ja → weiter mit Frage 3.
  3. 3. Kann ein Stürmer den Pass abfangen oder vor dem Ball beim Torwart sein?

    • Ja → Nicht zurück. Sicher klären oder zur Seite lösen.
    • Nein → Rückpass: flach, scharf, neben das Tor.
Bild B27 – Rückpass-Check. Drei Fragen, in dieser Reihenfolge.

Regel: Spielst du den Ball absichtlich mit dem Fuß zum Torwart oder wirfst ihn beim Einwurf direkt zu ihm, darf er ihn nicht in die Hand nehmen. Sonst gibt es indirekten Freistoß. Mit Kopf, Brust oder Knie darfst du zurückspielen – aber nicht als Trick: Wer sich den Ball hochlupft, um ihn zurückzuköpfen, bekommt einen indirekten Freistoß gegen sich und sieht Gelb. (IFAB, Regel 12)

Merksatz: Rückpass: flach, scharf, neben das Tor.

5.6 Als Außenverteidiger

Du gibst dem Spiel Breite. Dafür hast du drei Wege nach vorn:

  • Hinterlaufen: außen um deinen Flügelspieler herum.
  • Innen hinterlaufen: zwischen Flügelspieler und Mitte in den Halbraum – den Streifen zwischen Flügel und Zentrum.
  • Einrücken: ins Mittelfeld neben den Sechser. Das wurde unter Guardiola bekannt, zum Beispiel mit Philipp Lahm.

Geh nach vorn, wenn der Ball sicher ist. Der andere Außenverteidiger bleibt dann eher hinten.

  1. Hinterlaufen Rechte Seite, wir greifen nach oben an. Unser Flügelspieler zieht mit dem Ball nach innen. Du läufst außen an ihm vorbei und bekommst den Ball in den Lauf. AV 7 DU

    ① Hinterlaufen.

  2. Innen hinterlaufen Unser Flügelspieler bleibt mit dem Ball außen. Du läufst innen an ihm vorbei in den Halbraum und bekommst dort den Pass. AV 7 DU

    ② Innen hinterlaufen.

  3. Einrücken Du rückst von außen ins Mittelfeld neben den Sechser. Der Flügelspieler hält außen die Breite. So habt ihr in der Mitte einen Mann mehr. 6 7 S S DU

    ③ Einrücken neben den Sechser.

Bild B28 – Außenverteidiger mit Ball. Hier greifen wir nach oben an.

5.7 Flanken

Drei Flanken lohnen sich: früh aus dem Halbfeld hinter die Abwehr, flach zurück von der Grundlinie in den Rückraum und hoch an den zweiten Pfosten.

Flanken Angriffsdrittel, das gegnerische Tor ist oben. Drei Flanken: früh aus dem Halbfeld hinter die Abwehr (1), flach von der Grundlinie zurück in den Rückraum (2), hoch an den zweiten Pfosten (3). TW 7 DU 1 2 3
Bild B29 – Flanken. 1 früh hinter die Abwehr, 2 flach zurück in den Rückraum, 3 hoch an den zweiten Pfosten.

5.8 Einwurf

Beide Füße bleiben am Boden, auf oder hinter der Linie. Den Ball wirfst du mit beiden Händen von hinten über den Kopf. Wirf schnell zum freien Mitspieler.

5.9 Restverteidigung

Während ihr angreift, bleibt hinten immer einer mehr, als der Gegner vorn hat. Du stehst torseitig von deinem Stürmer. So fängt euch kein Konter (Bild B22 ②).

Umsteiger-Fehler

Du nimmst mit dem Rücken zum Spiel an, dribbelst im eigenen Drittel oder spielst quer vor dem eigenen Tor. Im Mittelfeld kostet so ein Fehler den Ball, hier kostet er ein Tor.

Teil 6 – Umschalten

Kurz gesagt: In dem Moment, in dem der Ball den Besitzer wechselt, entscheidet sich oft das Spiel. Wer zuerst umschaltet, gewinnt.

  1. Ballverlust nah am Ball: sofort Druck Der Gegner hat gerade den Ball erobert, du bist ganz nah. Du gehst sofort drauf, ein Mitspieler hilft. So hat er keine Zeit für einen guten Pass. S 6 DU S

    ① Nah am Ball: sofort Druck.

  2. Ballverlust weit weg: zurück Der Ball ist weit weg auf der anderen Seite verloren gegangen. Du läufst sofort zurück, torseitig von deinem Stürmer und Richtung Mitte. So machst du den direkten Weg zum Tor zu. S S DU

    ② Weit weg: zurück, torseitig, Mitte zu.

Bild B30 – Umschalten nach Ballverlust.

Teil 7 – Reden

Kurz gesagt: Als Verteidiger siehst du das ganze Spiel vor dir. Sag es den anderen: früh, laut, kurz, am besten mit Namen. Als Innenverteidiger organisierst du die Linie.

Die wichtigsten Rufe
RufHeißtWer ruft
„Hintermann!“ / „Mann!“Achtung, Gegner in deinem Rücken.Wer es sieht, meist der Spieler dahinter
„Zeit!“Kein Gegner in der Nähe, du hast Zeit.Wer es sieht
„Dreh!“Du kannst dich mit dem Ball aufdrehen.Wer es sieht
„Leo!“Lass den Ball durch, er ist für den Mitspieler hinter dir.Der Mitspieler dahinter
„Hab ihn!“ / „Meiner!“Ich übernehme diesen Gegner oder Ball.Wer übernimmt
„Übergeben!“Ich gebe meinen Gegner an dich ab.Wer abgibt, oft der IV
„Raus!“Die Kette rückt vor.IV oder Torwart
„Linie!“Alle auf eine Höhe.IV oder Torwart
„Zurück!“Die Kette läuft zurück.IV oder Torwart
„Torwart!“Der Torwart nimmt den Ball.Nur der Torwart
„Weg!“Klär den Ball.Torwart oder IV
„Doppeln!“Zu zweit auf den Ballführenden.Wer helfen kann

Jedes Team hat eigene Wörter. Sprecht sie vor der Saison ab, damit jeder dasselbe meint.

Teil 8 – Regeln, die Verteidiger kennen müssen

Kurz gesagt: Fairer Körpereinsatz ist erlaubt, Halten und Stoßen nicht. Und im eigenen Strafraum wird jedes Foul zum Elfmeter. Die Regeln hier folgen den IFAB-Regeln 2026/27 in der Fassung des DFB.

Regel: Die genauen Texte stehen in den Regeln 11 (Abseits) und 12 (Fouls und unsportliches Betragen). Links dazu findest du bei den Quellen.

Teil 9 – Training, Körper, Kopf

Kurz gesagt: Abwehrarbeit kannst du üben – allein, zu zweit und im Team. Dazu kommen Antritt, ein stabiler Rumpf und ein Kopf, der Fehler schnell abhakt.

Allein

Zu zweit

Im Team

Kette verschieben und Standards übt ihr mit dem Trainer. Frag ruhig nach, wenn dir eine Aufgabe nicht klar ist.

Körper

Kopf

Vor dem Spiel fünf Fragen:

  1. Wer ist mein Gegenspieler?
  2. Ist er schnell?
  3. Welcher Fuß ist sein starker?
  4. Wen decke ich bei Ecken?
  5. Wer bleibt bei unseren Ecken hinten?

Video

Schau dir zehn Minuten lang nur einen Verteidiger an, nicht den Ball. Wo steht er, wann schaut er über die Schulter, wann rückt er raus? Gute Vorbilder: Joshua Kimmich, Virgil van Dijk, Antonio Rüdiger, William Saliba, Nico Schlotterbeck, Achraf Hakimi. Klassiker: Philipp Lahm, Paolo Maldini.

Teil 10 – Quiz: Was machst du?

Kurz gesagt: Zehn Situationen aus dem Spiel. Überleg dir zuerst deine Antwort, dann klapp die Lösung auf.

  1. Der Stürmer bekommt den Ball mit dem Rücken zum Tor, 20 m vor eurem Tor.

    Quiz 1: Rücken zum Tor Ein Stürmer bekommt 20 Meter vor unserem Tor den Ball, mit dem Rücken zum Tor. Du stehst hinter ihm. 8 S DU 20 m 20 m
    Bild B31, Szene 1.
    Lösung

    Eng ran, der Unterarm fühlt, nicht aufdrehen lassen. Springt der Ball weg: dazwischen. (2.6)

  2. Ein Flügelspieler dribbelt mit Tempo auf dich zu, Hilfe ist 15 m weg.

    Quiz 2: Flügelspieler mit Tempo Ein Flügelspieler dribbelt mit Tempo auf dich zu. Dein nächster Mitspieler ist 15 Meter weg. F DU IV 15 m 15 m
    Bild B31, Szene 2.
    Lösung

    Nicht reinspringen: seitlich zurückweichen, nach außen lenken, Zeit gewinnen, bis die Hilfe da ist. (2.4, 2.5)

  3. Der gegnerische Sechser hat den Ball ohne Druck und schaut hoch.

    Lösung

    Ball offen – die Kette läuft ein paar Meter zurück. (2.9)

  4. Hoher Ball in euren Strafraum, der Stürmer steht in deinem Rücken.

    Quiz 4: Hoher Ball in den Strafraum Von rechts fliegt ein hoher Ball in unseren Strafraum. Der Stürmer steht direkt in deinem Rücken. F S DU TW
    Bild B31, Szene 4.
    Lösung

    Kopfball: hoch, weit, zur Seite. (Teil 3)

  5. Hoher Ball an der Mittellinie, kein Gegner in 5 m.

    Lösung

    Annehmen, mit Brust oder Fuß, und aufbauen. (3.1)

  6. Du hast den Ball am Strafraum, der Stürmer läuft dich an, der Torwart steht frei neben dem Tor und ruft.

    Quiz 6: Druck an der Strafraumgrenze Du hast den Ball an der Strafraumgrenze, der Stürmer läuft dich an. Der Torwart steht frei neben dem Tor und ruft. S DU TW
    Bild B31, Szene 6.
    Lösung

    Rückpass: flach und scharf, neben das Tor, auf den Fuß weg vom Stürmer. (5.5)

  7. Du hast den Ball, der Stürmer steht zwischen dir und dem Torwart.

    Quiz 7: Stürmer im Passweg Du hast den Ball. Der Stürmer steht genau zwischen dir und dem Torwart. S DU TW IV
    Bild B31, Szene 7.
    Lösung

    Kein Rückpass. Zur Seite oder nach vorn lösen oder sicher klären. (5.5)

  8. Ecke gegen euch, du deckst den besten Kopfballspieler.

    Lösung

    Torseitig, leicht zur Ballseite, Körper offen, fühlen statt halten, hin zum Ball. (4.2)

  9. Der Ball ist auf der anderen Seite, du bist Außenverteidiger.

    Lösung

    Einrücken, Schulterblick, der zweite Pfosten ist deiner. (2.12)

  10. Steilpass, du und der Stürmer seid gleichauf.

    Quiz 10: Steilpass, ihr seid gleichauf Ein Steilpass fliegt in den Raum hinter der Abwehr. Du und der Stürmer seid auf gleicher Höhe. 8 S DU
    Bild B31, Szene 10.
    Lösung

    Schulter an Schulter, dann Körper zwischen Gegner und Ball. (2.7)

Teil 11 – Spickzettel, Glossar, Quellen

Kurz gesagt: Der Spickzettel passt auf eine Seite. Öffne index.html#spickzettel und drucke – dann bekommst du nur diese Seite.

Spickzettel

Die zehn goldenen Regeln

  1. Erst die Position, dann die Aktion.
  2. Immer zwischen Gegner und Tor.
  3. Ball und Gegner gleichzeitig sehen.
  4. Seitlich und tief stehen, auf den Ballen.
  5. Auf den Beinen bleiben – nicht reinspringen.
  6. Schnell anlaufen, langsam ankommen.
  7. Lenken statt hinterherlaufen.
  8. Im eigenen Drittel: Sicherheit vor Schönheit.
  9. Früh, laut und kurz reden.
  10. Fehler abhaken – nächste Aktion.

Die acht Antworten in einem Satz

  • Gegen den Ball: zwischen Gegner und Tor, seitlich, Ball und Gegner sehen.
  • Mit dem Ball: Schulterblick, offen annehmen, flach und scharf, hinten kein Risiko.
  • Stellen: Ball unterwegs – du unterwegs. Ball angekommen – du stehst.
  • Unterarm und Hüfte: bei Rücken zum Tor und im Laufduell; Arm fühlt, Hände weg vom Trikot.
  • Standards: Trainer-Vorgabe; torseitig, offen, hin zum Ball – dann alle raus.
  • Schneller Stürmer: tiefer stehen, halb offen, früher starten.
  • Rückpass: nur wenn der Torwart frei ist und kein Stürmer dazwischen; flach neben das Tor.
  • Hohe Bälle: hinten und unter Druck direkt weg, mit Zeit annehmen.

Die wichtigsten Rufe

„Mann!“ Gegner im Rücken · „Zeit!“ du hast Zeit · „Leo!“ durchlassen · „Hab ihn!“ ich übernehme · „Übergeben!“ Gegner abgeben · „Raus!“ / „Zurück!“ / „Linie!“ die Kette · „Torwart!“ nur der Torwart · „Weg!“ klären

Glossar

Absichern
Schräg hinter dem Mitspieler stehen, der den Ball angreift. Kommt der Gegner vorbei, bist du da.
Andribbeln
Mit dem Ball in den freien Raum laufen, bis ein Gegner kommt.
Anlaufen
Auf den Gegner mit Ball zulaufen, um ihn zu stellen.
Ball offen / Ball geschlossen
Offen: Der Gegner hat Zeit und Blick nach vorn. Geschlossen: Er ist unter Druck oder steht mit dem Rücken zum Tor.
Doppeln
Zu zweit den Ballführenden angreifen.
Drop-Step
Ein Schritt schräg nach hinten, der die Hüfte öffnet. Danach läufst du sofort Richtung eigenes Tor.
Gegenpressing
Nach Ballverlust sofort Druck auf den Gegner machen, um den Ball zurückzuholen.
Halbraum
Der Streifen zwischen Flügel und Mitte.
Hinterlaufen
Außen an einem Mitspieler mit Ball vorbeilaufen, um angespielt zu werden.
Innenbahn
Die Seite zur Tormitte hin. Wer sie besetzt, lässt den Gegner nur nach außen.
Kette
Die Abwehrspieler, die auf einer Linie nebeneinander stehen, etwa die Viererkette.
Lenken
Den Gegner mit deiner Körperstellung in eine Richtung zwingen, meist nach außen.
Linie
Die gemeinsame Höhe der Kette. Sie bestimmt, wo Abseits ist.
Manndeckung
Jeder deckt einen bestimmten Gegner.
Mischdeckung
Einige decken Zonen, andere bestimmte Gegner.
Raumdeckung
Jeder ist für eine Zone zuständig, nicht für einen Gegner.
Restverteidigung
Die Spieler, die beim eigenen Angriff hinten bleiben, um Konter zu stoppen.
Rückraum
Der Raum vor dem Strafraum, etwa 11 bis 20 m vor dem Tor.
Schulterblick
Ein kurzer Blick über die Schulter, um zu sehen, was hinter dir passiert.
Stellen
Vor dem Gegner mit Ball stehen bleiben, ihn bremsen und auf seinen Fehler warten.
torseitig
Zwischen Gegner und eigenem Tor.
Übergeben / Übernehmen
Einen Gegner an einen Mitspieler abgeben, der ihn ab dort deckt.
Umschalten
Der schnelle Wechsel von Angriff auf Abwehr oder umgekehrt, wenn der Ball den Besitzer wechselt.
Verschieben
Die ganze Kette bewegt sich gemeinsam Richtung Ball.
Verzögern
Den Gegner bremsen, ohne anzugreifen, damit Hilfe kommen kann.
Zweiter Ball
Der Ball, der nach einem Kopfball oder Zweikampf frei wird.
Zweiter Pfosten
Der Torpfosten, der weiter weg vom Ball ist.

Quellen